Als Glühwein-Kenner auf dem Weihnachtsmarkt

Anstatt mit einem guten Glas Rotwein auf der Terrasse zu sitzen, treffen sich gesellige Runden momentan auf Weihnachtsmärkten, um mit Glühwein-Tassen anzustoßen. Nicht nur Winzer-Glühweine haben es in der kalten Jahreszeit verdient, dass man sich mit ihrer Qualität beschäftigt. Möchten Sie in diesem Jahr allen zeigen, dass Sie etwas von Glühwein verstehen? Wir geben Ihnen 7 Tipps, wie Sie sich als Glühwein-Kenner auf dem Weihnachtsmarkt oder beim Advents-Treffen profilieren können.

Tipp 1: Folgen Sie lieber keinen Empfehlungen

„Hier hatte ich den besten Glühwein überhaupt!“ Sind Sie schon mal der Empfehlung eines Bekannten gefolgt und mussten feststellen: Das weihnachtliche Getränk entsprach so ganz und gar nicht dem großen Lob. Wein-Experte Prof. Dr. Rainer Jung vom Institut für Önologie der Hochschule Geisenheim weiß warum: „Das Ergebnis kann ganz unterschiedlich sein, weil viele Faktoren bei der Herstellung von Glühwein eine Rolle spielen. Vielleicht wurde der gute Glühwein vom Vortag nur aufgewärmt. Dadurch kann das Geschmackserlebnis am nächsten Tag natürlich getrübt sein.“

Tipp 2: Geduldiger Genießer sein

Mit dem Genuss eines guten Weines lässt sich der Kenner schließlich auch Zeit. Beim Glühwein ist langsames Trinken ohnehin ratsam, um sich nicht die Zunge zu verbrennen. Denn auf 60 Grad sollte der Glühwein schon erhitzt worden sein. Aber wenn es noch 20 Grad heißer, wird verdampft der Alkohol und das Heißgetränk verliert seinen starken Geschmacksträger. Natürlich sollten Sie darauf achten, dass Ihnen der Glühwein nicht zu lau serviert wird. Bei tiefen Weihnachtsmarkt-Temperaturen wird er noch schneller kalt.

Tipp3: Auf das richtige Rot achten

Mancher Glühweinstand macht es dem Kenner leicht, die Qualität zumindest zum Teil von außen zu beurteilen. Man muss kein Weinseminar besuchen, um zu prüfen, welche Farbe die durchsichtigen Glasbecher durchscheinen lassen. „Positiv zu bewerten ist ein schönes, dunkles Kirschrot“, erklärt Prof. Jung. „Wenn die Farbe eher ins bräunliche geht, hat wahrscheinlich schon die Oxidation des Weins stattgefunden.“ Das heißt: Der Wein ist mit zu viel Sauerstoff in Berührung gekommen und hat an gewünschtem Aroma verloren.

Tipp 4: Ein fachkundiges Urteil fällen

Und wie schmeckt der Glühwein nun? Gut, nicht so gut? Umso fachkundiger Sie den Geschmack beurteilen können, umso mehr nimmt man Ihnen natürlich den Glühwein-Kenner ab. Ganz klar: Aus dem Aroma sollten Sie die typischen Weihnachtsgewürze wie Nelken und Zimt heraus riechen. Bringen Sie außerdem Ihr Süßeempfinden zum Ausdruck – welches natürlich von Person zu Person unterschiedlich ausfällt. Vielleicht ist der Basiswein zu schwer für einen guten Glühwein, weil zu viele Gerbstoffe enthalten sind? Das erkennen Sie eventuell am dem trocknenden oder sogar einem bitter-adstringierenden Geschmack.

Tipp 5: Ausprobieren!

Winzer-Glühwein, weißer Glühwein oder heißer Apfelwein? Die Auswahl ist groß und Ihr Kenner-Wissen erweitern Sie nur, indem Sie sich ein umfangreiches Bild des Angebotes verschaffen.

Tipp 6: Essen nicht vergessen

Ein erlesener Glühwein und dazu die fettige Bratwurst? Geschmackstechnisch ist das jedenfalls kein Affront. „Die Aromen des Glühweins werden über die Nase aufgenommen – und im Mund über den Nasen-Rachen-Raum“, so der Weinexperte aus Geisenheim. „Die Würzaromen sind so dominant, dass es keine Rolle spielt, was vorher gegessen wurde.“ Wer deftiges Essen liebt, muss also keine Angst haben, dass ihm dadurch feine Würznuancen verschlossen bleiben.

Tipp 7: In Maßen genießen

Schön süffig und schön warm – der Glühwein trinkt sich in der vorweihnachtlichen Stimmung leicht und oft auch schnell. Dabei zeigt der Alkohol im Glühwein oft eine deutlich schnellere Wirkung. Das kommt daher, dass heiße Getränke vom Körper besser aufgenommen werden und zügig in die Blutbahn gelangen. Der kontrollierte Genuss beugt außerdem einem Kater vor.


Bildnachweis: ©Shutterstock – Titelbild: Sebastian Siebert

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