Die Adlerwirtschaft und das Kronenschlösschen: Franz Keller in Eltville

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Die Adlerwirtschaft von Franz Keller in Eltville – genauer Hattenheim – im Rheingau steht für bodenständige und saisonal orientierte Gerichte nach traditionellen Rezepten. Wer mehr Anhänger der neuesten verkünstelten Kochmoden ist, fühlt sich hier fehl am Platze. So beschreibt der Sternekoch Franz Keller auch seinen Traum: klare Strukturen statt überzogenem Luxus, auf das Wesentliche konzentrieren – und das tut er auch. Schön für ihn, dass er seinen Traum verwirklichen konnte; schön für uns ebenfalls, denn wir dürfen genießen, was seine Träume schaffen.

Die Adlerwirtschaft: „gehobene Küche, aber zu vernünftigen Preisen“

Der Koch Franz Keller im Adler in Hattenheim hat so seine Prinzipien, glücklicherweise. Er verwendet ausschließlich ausgesuchte und ursprüngliche Produkte für seine täglich neue Speisenauswahl. Alle Speisen werden ausschließlich in der Küche der Adler Wirtschaft gekocht und hergestellt. Convenience-Food ist hier tabu.

Die Adlerwirtschaft in Hattenheim

Die Adlerwirtschaft in Hattenheim

Franz Keller: Schwarzer Adler einst, Adler Wirtschaft jetzt

Franz Keller wuchs in der Winzer- und Gastronomenfamilie in Oberbergen am Kaiserstuhl aufwuchs. Das bekannte Restaurant „Franz Keller Schwarzer Adler“ stand unter der Leitung seiner Mutter Irma.

Er bringt als Koch so einiges an Erfahrungen und Meriten mit. So begann er seine Ausbildung bei Hans Beck auf der Zähringer Burg in Freiburg bevor es ihn nach Frankreich zog. Jean Ducloux in Tournus, Paul Lacombe in Lyon, Paul Bocuse in Lyon und Michel Guérard in Paris waren seine Lehrmeister. Als er zum Vater nach Oberbergen zurückkehrte, dauerte es nicht lange, bis er seinen zweiten Michelin-Stern erhielt. Es sollten weitere folgen. 1990 führte ihn sein Weg ins Hotel Kronenschlösschen in Hattenheim, kaum 250 Meter Luftlinie von der Adlerwirtschaft entfernt. 1993 entschied er sich, zur regionalen deutschen Küche. Im Gault Millau zitiert man Franz Keller als „Enfant terrible der deutschen Küche„, womit er wohl ganz gut leben kann.

Vom Charolais-Fleisch, dem Falkenhof und vom Respekt

Authentisch und sympathisch ist er, mit Respekt vor dem Produkt. Herkunft, Qualität, Geschmack sind die Grundpfeiler seiner Philosophie. Sein Charolais-Rindfleisch beispielsweise kommt seit den Anfängen der Adler Wirtschaft ausschließlich vom Hofgut Rehbachtal im Westerwald, aus einem Zuchtbetrieb der beispielsweise zur Herstellung des Charolais-Fleisch noch nie tierisches Eiweiss verfüttert hat.

Vom Wispertal und vom Bunten Bentheimer Schwein

Mit dem Schwein – genauer mit dem glücklichen, Bunten Bentheimer Schwein – hält Franz Keller das genauso. Wenn Keller Bunte Bentheimer Schweine verarbeitet, dann nur vom Falkenhof, einem ca. 16 ha großen Aussiedlerhof mit weitläufigem Weideland bei Dickschied, oberhalb vom Wispertal. So ein buntes Bentheimer Schwein führt auf dem Falkenhof ein artgerechtes Leben. Das mündet dann auch in eine unvergleichliche Fleischqualität. Zudem bricht Franz Keller eine Lanze für Schweinefleisch. Er weiß, was im Schwein steckt: Eiweiß, Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente – „und vor allem ganz viel Geschmack…“.

Adler-Wirtschaft Hattenheim: die Speisekarte

Die Adlerwirtschaft von Franz Keller in Eltville-Hattenheim. Der Koch Franz Keller im Adler in Hattenheim hat so seine Prinzipien. Gott sei Dank.

Die Adlerwirtschaft von Franz Keller in Eltville-Hattenheim

Wer eine konventionelle Speisekarte erwartet, wird enttäuscht sein – die gibt es bei dem Koch Franz Keller nicht. Jeden Tag aufs Neue stellt er die Auswahl an bis zu 10 Vorspeisen und 4 Hauptgerichten zusammen. Aus dieser Auswahl wählt der Gast sein persönliches Adleressen. Kleiner Vorgeschmack gefällig? Bitte sehr: hier einige der Leckereien, die man in der Vergangenheit bereits genießen durfte.

  • Doppelte Rinder-Kraftbrühe mit Ochsenschwanz oder Kräuterpfannkuchen
  • Gebratene Steinpilze mit Rahmspinat, verlorenes Eigelb, Speck, Parmesan & Croutons
  • Steckrübensuppe mit karamelisierten Rüben & Petersilienöl
  • Tomatensugo mit Basilikum, Pinienkernen, Olivenöl & Mozzarella di Bufala
  • Gebeizter Label Rouge Lachs mit Petersilienwurzelcreme, Blattsalaten & Rapsölvinaigrette
  • Wildbratwurst mit badischem Kartoffelsalat, Blattsalaten & Senfvinaigrette
  • Charolais-Rindfleischsalat, Gurkenstreifen, Schnittlauch & Kürbiskrokant

Das kleine und das große Adleressen

Das Adleressen ist der Zugang zu Franz Kellers Küche. Keine überbordende Speisenkarte sondern ein individuelles Menü aus einer verlesenen Auswahl an Vorspeisen und Hauptgerichten. Jeden Tag neu, jeden Tag anders.

Das Kleine Adleressen um 49,00 Euro bietet ein Menü aus Vorspeise und Hauptspeise, danach Dessert oder Käse. Oder als Zwei-Gänge-Menü, wenn man auf Dessert oder Käse verzichtet.

Das Große Adleressen um 67,00 Euro verführt den Gaumen des Gastes schon beim Entrée, das diesem alle Vorspeisen der Adler Wirtschaft (drei pro Gang) serviert. Das Hauptgericht, Dessert oder Käse folgen.

Franz Keller & Weine: Rheingau. Nicht nur, aber auch.

Der Koch Franz Keller ist schon ein wenig stolz auf seine SELECTION-Weine. Er sucht sie selbst aus, wie er ausführt, lässt sie für die Adlerwirtschaft in Hattenheim abfüllen. Hier eine kleine Auswahl dessen, was den Gast erwartet.

  • 2005 „Jedentag“
    Kaiserstühler Weisswein-Cuvée, trocken, Franz & Fritz Keller Schwarzer Adler, Vogtsburg-Oberbergen in Baden
  • 2005 Rüdesheimer Kirchenpfad
    Riesling Spätlese trocken, Weingut Leitz, Rüdesheim, Rheingau
  • 2005 Wallufer Walkenberg
    Riesling Kabinett trocken, Weingut J.B. Becker, Walluf im Rheingau
  • 2005 Oestricher Doosberg
    Rheingau Riesling Kabinett trocken, Weingut Spreitzer, Oestrich im Rheingau
  • 2005 Rüdesheimer Drachenstein
    Riesling Kabinett trocken, Weingut Anthony Robert Hammond, Oestrich-Winkel im Rheingau
  • 2004 Hattenheimer Riesling
    Kabinett trocken, Langwerth von Simmern, Eltville im Rheingau
  • 2003 Erbacher Hohenrain
    Spätburgunder trocken, Weingut Jakob Jung, Erbach im Rheingau
  • 2003 Wallufer Walkenberg
    Spätburgunder Auslese, trocken „Alte Reben“, Weingut Becker Walluf, Rheingau
  • 2003 DOMAINE DES PERRIÈRES
    Marc Kreydenweiss, Vallée du Rhône, Frankreich
  • 2002 Assmannshäuser Höllenberg
    Spätburgunder, Domäne Assmannshausen, Rheingau
  • 2002 Wallufer Walkenberg
    Spätburgunder Spätlese trocken, Weingut Becker Walluf, Rheingau
  • 2000 PANCARTA
    Poggio Al Mulino, Weingut Prefi, Cavriglia, Arezzo, Italien

Kein Kochbuch für Anfänger:

Ein Buch hat er auch geschrieben. Viele sprechen von seinem kulinarischen Lebensbericht. Vielleicht ist das Buch „Kein Kochbuch für Anfänger“ von Franz Keller ja tatsächlich ein Stück weit Lebensbericht. Vielleicht ist es aber auch seine Botschaft an die Menschen. Eine Sache gut machen, richtig gut – zumal wenn es nicht irgendeine Sache ist, sondern das Zubereiten von Speisen. Das ist dann eben nichts für Anfänger.

Adlerwirtschaft: Karte und Anfahrt

Adlerwirtschaft: Adresse und Öffnungszeiten

Die Adler Wirtschaft
Wachendorff Gastronomie GmbH
Franz Keller und Franz Keller
Hauptstraße 31
65347 Hattenheim im Rheingau
Tel.: 06723 / 7982
Fax: 06723 / 87867
Mail: adlerwirtschaft@franzkeller.de
Web: www.franzkeller.de

Öffnungszeiten:
Donnerstag, Freitag und Montag: 18.30 – 23.00 Uhr
Samstag und Sonntag: 13.00 bis 23.00 Uhr

Adlerwirtschaft: Gelegen in idyllischer Rheingau-Landschaft

Die Gastfreundschaft, die hohe Qualität des Essens und die Landschaft: Alles stimmt in der Adlerwirtschaft. Der Gastronom Franz Keller hat sich vermutlich nicht ohne Grund in Hattenheim niedergelassen. Wie viele andere Orte der Region ist dieser vom Rhein, dem Wein und dem anschließenden Rheingau-Mittelgebirge geprägt.

Die Hauptsehenswürdigkeiten von Hattenheim:

  • Burg Hattenheim, eine Burgruine von Anfang des 12. Jahrhunderts. Heute unter anderem für das überregional bekannte Burgfest genutzt.
  • Etwas abseits in den Hügeln des Rheingaus das berühmte Kloster Eberbach mit seinem Riesling-Wein (Kloster ist hessisches Staatsweingut)
  • Weingut Doufrain (existiert seit 1724)
  • altes Abtshaus aus dem frühen 18. Jahrhundert
  • Hof Heimes als Hof des Mainzer Weihbischofs Valentin Heimes
  • der eigentliche Stadtkern von Hattenheim mit seinen Winzerhäusern und Gaststuben im Fachwerk-Stil

Es lohnt also, neben dem eigentlichen Menü in der Adlerwirtschaft noch einen Abstecher in dieses gemütliche Städtchen zu unternehmen. Und bei fast jedem Wetter sollte man auch noch etwas am Rheinufer verweilen und seinen Blick schweifen lassen. Auf den Höhen befinden sich viele Herrenhäuser und Schlösser, zum Beispiel Schloss Reichartshausen, wo sich heute die private EBS Universität für Wirtschaft und Recht befindet.

Der Rheingau als eine Urlaubslandschaft par excellence

Überhaupt der Rheingau: Kaum eine Landschaft in Deutschland versprüht so viel Ferienstimmung. Egal, ob die Natur im Frühling aufblüht oder an einem heißen Sommertag oft an den Süden erinnert. Der Herbst oder Winter können hingegen sehr melancholische Augenblicke bieten. Eigentlich gibt es kein schlechtes Wetter im Rheingau, höchstens bei Dauerregen sollte man sich vielleicht besser in die gemütlichen Winzerhäuschen zu einem Glas Riesling und einer rustikalen Schlachtplatte zurückziehen.  Diese ist heute viel verfeinerter als in früheren Zeiten. Das Motto: Weniger Fleisch, aber dafür in besserer Qualität. Das gilt für viele Restaurants der Gegend und erst recht für Feinschmeckertempel wie die Adlerwirtschaft.

Eigentlich findet man an jeder Ecke im Rheingau vorzügliche Gastwirtschaften und eine herrliche Natur- und Kulturlandschaft. Das kann in der Rosenstadt Eltville (zu der ja auch Hattenheim als Ortsteil gehört) die Kurfürstliche Burg sein oder ganz am anderen Ende des Rheingaus das berühmte Rüdesheim mit seiner Drosselgasse und dem Niederwalddenkmal. Dazwischen liegen Sehenswürdigkeiten wie das im Mittelalter begonnene Schloss Vollrads als eines der schönsten Herrenhäuser der Region, umgeben von Wald und Wein.

Tipp: Nicht nur am Rhein spazieren, sondern in die höher gelegenen Regionen gehen und bei schönem Wetter einen unglaublichen Fernblick genießen. Dieser kann bis 40 Kilometer und mehr in den Hunsrück reichen. Hoch kommt man neben dem Auto entweder mit Bussen oder sogar mit einer Seilbahn (in Rüdesheim). Gerade wenn man etwas vom vorzüglichen Wein probiert hat, heißt es: Finger weg vom Auto. Die Landschaft lädt sowieso zum Spazierengehen ein und bis zum Rheinufer ist es nicht allzu weit. In der Regel ist man in einer halben bis einer Stunde wieder von den Hügeln hinab gekommen und am großen Strom.


Bildnachweis: © schwarzer.de, Karte: Google

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