Willi Reis + Hubertus Reis: Weinbautradition an der Mosel

Schon Willi Reis wusste: Wein gehört zu den Genussmitteln und als solches muss es natürlich bestimmte Anforderungen erfüllen. Reinheit, Qualität und Geschmack spielen eine Rolle – nur die edelsten Weine schaffen es auf Dauer, Kenner zu begeistern. Das Weingut von Hubertus Reis in Briedel besteht seit dem frühen 16. Jahrhundert und konnte in dieser Zeit stetig reicher an Erfahrungen und auch an Anhängern werden.

Zur Geschichte des Weingutes

Schon seit dem frühen 16. Jahrhundert gibt es das Weingut an der Mosel, welches in 2001 durch Hubertus Reis von Heidi und Willi Reis – den Eltern – übernommen wurde. Schon immer war das Weingut in Familienhand und wurde seit jeher im Sinne der Gründer fortgeführt. Der Anspruch, hochqualitative Weine zu produzieren, zieht sich durch die Generationen und Jahrhunderte.

Erst 1986 bekam das Weingut von Willi Reis die Erlaubnis, Rotwein zu produzieren. Daraufhin wurde eine Anlage mit Spätburgunder angepflanzt, ein Jahr später kamen die Dornfelder Reben hinzu. Doch das Weingut von Willi Reis wurde stetig erweitert und so entstand 1996 eine Anlage mit ökologischem Anbau. Hier wuchs die neue Sorte „Saphira“, die sich besonders dadurch auszeichnete, dass sie gegenüber verschiedenen Pilzerkrankungen sehr tolerant war.

Im Jahr 2001 kam dann die Übergabe des Weingutes von Willi Reis an seinen Sohn Hubertus Reis. Die bestehenden Traditionen wurden fortgeführt und dauern bis heute an. Dennoch wird größter Wert darauf gelegt, dass das Weingut innovativ geführt wird. Als wichtige Voraussetzung wird dabei die laufende Aus- und Weiterbildung gesehen, wofür durch den Abschluss von Hubertus Reis zum Diplom-Ingenieur für Weinbau und Önologie der Grundstein gelegt wurde. Das Weingut soll schließlich nicht nur nach Idealen geführt werden, sondern am Ende auch wirtschaftlich sein.

Ebenfalls seit 2001 wird der Selektionswein angeboten, ein Riesling der besonderen Art. Der Spitzenwein zeichnet sich durch seine Trockenheit aus, außerdem wird er nur begrenzt hergestellt. Pro Jahr werden auf dem Weingut nun rund 60 Hektoliter pro Hektar produziert. Das Besondere: Als „Riesling Selection“ dürfen nur bestimmte Weine bezeichnet werden. Das Hauptkriterium dafür ist, dass die Erträge pro Jahr von vornherein begrenzt sind und dass eine gesonderte Verkostung stattfinden muss. Zudem muss der Wein mindestens ein Jahr lagern und darf erst ab dem September des auf die Ernte folgenden Jahres verkauft werden. Die Lagerung ist damit gegenüber vielen anderen Weinen besonders lang.

Die Gesamtfläche, auf der durch das Weingut Reben angebaut werden, erstreckt sich auf rund fünf Hektar Fläche. Diese liegt fast ausschließlich auf Schieferboden in Steillage.

Das einstige Weingut von Willi Reis hat sich inzwischen auch zum Arbeitgeber gemausert und bildet seit 2009 zukünftige Weinbauern aus. Wer sich für den Beruf des Winzers interessiert, kann zudem an einem Praktikum teilnehmen. Jährlich werden mehrere Praktikumsplätze angeboten.

Die Weine des Willi Reis

Der Anspruch des Weingutes, was lange Zeit in der Hand des Willi Reis lag, besteht darin, die edelsten Weine herzustellen. Hochwertige Weine sollen am Ende in den Gläsern der Kenner landen, nachdem gesunde und natürlich reife Trauben geerntet worden sind. Dabei wird großer Wert darauf gelegt, dass mit der Natur bewusst umgegangen wird, denn dies beeinflusst am Ende die Qualität des Weines ganz entscheidend. Der Grundstein für den späteren Wein wird nach Aussage von Willi Reis und Sohn bereits im Weinberg selbst gelegt. Die hohe Qualität, die Jahr für Jahr durch das Weingut Reis angeboten wird, soll mindestens gehalten oder besser sogar übertroffen werden.

Die Voraussetzung zur Qualitätssicherung ist die Reduzierung der Erträge, auch der geringe Anschnitt spielt hier eine Rolle. Die Trauben werden schonend verarbeitet, nur so können die natürlichen Fruchtaromen gehalten werden.


Bildnachweis: © pixabay.com – jill111

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg und arbeitete seitdem für verschiedene Medien. Sein Markenzeichen sind seine fränkische Frohnatur, sein Faible für die irdischen Genüsse und seine Liebe zur Technik. Beilhammer schrieb schon früh für technische Fachmagazine und ist seitdem als Freier Autor tätig.

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