Weinköniginnen

Weinköniginnen sind seit jeher die wichtigsten Repräsentantinnen des deutschen Weins. Aus allen 13 deutschen Anbaugebieten können sich junge Frauen um das wohl prestigeträchtigste Amt des Weins bewerben.

Der harte Wettbewerb wird fast immer in der pfälzischen Stadt Neustadt an der Weinstraße ausgetragen. In der Pfalz wurde schon 1931 die erste Weinkönigin überhaupt gekürt. Seitdem hat sich das Bild der Weinkönigin sowie die Ansprüche an sie aber kräftig gewandelt.

Vor allem waren bis vor einigen Jahren waren die Auftritts- und Repräsentationspflichten vor allem auf den inländischen Markt beschränkt, heute stehen dagegen auch Auslandsreisen auf dem Programm. Außerdem muss eine Anwärterin viel mehr können als nur hübsch auszusehen, um die edelsten Weine Deutschlands repräsentieren zu dürfen. Heutige Weinköniginnen müssen mit fundiertem Fachwissen glänzen, Kompetenz auf ihrem Gebiet zeigen, schlagfertig sein und sicher vor Publikum reden können. Häufig gelingt ehemaligen Weinköniginnen heutzutage der Sprung in politische, wirtschaftliche Karrieren oder zum eigenen Weinbetrieb. Julia Klöckner war 1995 Deutsche Weinkönigin und ist heute stellvertretende Bundesvorsitzende der CDU.

Das öffentliche Bild der Weinkönigin hat sich also mit der gesellschaftlichen Rolle der Frau weiterentwickelt. Einige Regeln gelten heute ebenfalls nicht mehr; die Anwärterinnen müssen nicht mehr zwingend aus einer Winzerfamilie stammen, sondern können auch mit ihrer Berufsausbildung Verbundenheit zum Wein demonstrieren. Beim Kampf um die Krone werden die 13 Anwärterinnen zunächst von einer Jury kritisch in ihrem Fachwissen geprüft, die übrig gebliebenen sechs müssen spielerisch und mit Charme und Witz überzeugen. Die Gewinnerin erwartet ein voller Terminkalender und natürlich eine Menge Verkostungen der edelsten Weine. Manche können sich sicherlich schlimmeres vorstellen.


Bildnachweis: ©Shutterstock – Titelbild: HBRH

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg und arbeitete seitdem für verschiedene Medien. Sein Markenzeichen sind seine fränkische Frohnatur, sein Faible für die irdischen Genüsse und seine Liebe zur Technik. Beilhammer schrieb schon früh für technische Fachmagazine und ist seitdem als Freier Autor tätig.

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