Wein vs. Kaffee: Was ist gesünder?

Hat der Genuss von Wein oder Kaffee tatsächlich gesundheitsförderliche Wirkungen und welches der Getränke hat die meisten positiven Effekte?

Wein oder Kaffee: Welches Getränk ist gesünder?

Verschiedene Studien haben nachgewiesen, dass sowohl Wein als auch Kaffee positive Wirkungen auf die Gesundheit haben. Es stellt sich die Frage, welches Getränk gesünder ist.

Welche Effekte hat der Genuss von Kaffee und Wein?

Dass Ernährungsgewohnheiten teilweise erheblichen Einfluss auf die Gesundheit haben, ist bekannt. Wenn es sich dabei jedoch um Genussmittel wie Kaffee oder Wein handelt, sind viele Menschen mehr als skeptisch. Dennoch sind Experten mittlerweile davon überzeugt, dass sich beide Getränke, im Maßen genossen, positiv auf die Gesundheit auswirken. Im Folgenden wird thematisiert, worin diese positiven Effekte bestehen und was für Konsequenzen sich daraus ergeben.

Video: Wie gesund ist Wein?

Welchen Einfluss hat Alkohol auf die Gesundheit?

Es wird seit langem kontrovers diskutiert, welche Effekte Alkohol auf die Gesundheit hat. Unbestritten ist die Tatsache, dass übermäßiger Alkoholkonsum schädlich ist und zu schwerwiegenden Leberschäden sowie einer Abhängigkeit führt. Der WHO-Experte für Alkoholkonsum Dr. Kari Pokolainen behauptet jedoch, dass Männer und Frauen bis zu einer Flasche Wein pro Tag trinken dürfen und dies nicht nur unschädlich, sondern sogar gesundheitsförderlich sei. Derart moderates Trinken von Alkohol sei sogar gesünder als der völlige Verzicht auf dieses Genussmittel.

Diese provokante These ist nicht unumstritten, denn Alkohol ist ein Zellgift, das insbesondere die Aktivität der Nervenzellen hemmt. Regelmäßiges Trinken führt zu einem Gewöhnungseffekt des Gehirns und somit zur Sucht. Die Folgen sind gravierend: Um die stimmungsaufhellende Wirkung zu erzielen, wird immer mehr Alkohol benötigt und infolgedessen kommt es zu schweren Organschäden. Akut kann übermäßiger Alkoholkonsum zur Alkoholvergiftung führen, die sogar tödlich enden kann. Aus diesem Grund lautet die Verzehrempfehlung für Frauen bis zu 0,1 Liter Wein oder ein kleines Bier pro Tag und für Männer die doppelte Menge.

Dem moderaten Genuss von Alkohol werden gesundheitsförderliche Effekte nachgesagt. Die sekundären Pflanzenstoffe im Rotwein haben positive Auswirkungen auf die Herzfunktionen. (#01)

Dem moderaten Genuss von Alkohol werden gesundheitsförderliche Effekte nachgesagt. Die sekundären Pflanzenstoffe im Rotwein haben positive Auswirkungen auf die Herzfunktionen. (#01)

Welche positiven Effekte hat Wein?

Dem moderaten Genuss von Alkohol werden gesundheitsförderliche Effekte nachgesagt. Die sekundären Pflanzenstoffe im Rotwein haben positive Auswirkungen auf die Herzfunktionen. Rotwein ist in dieser Hinsicht gesünder als Weißwein, weil beim Rotwein die Haut mitverarbeitet wird. In dieser Haut befinden sich die meisten sekundären Pflanzenstoffe und Antioxidantien. Den Effekt hat allerdings auch ein Glas roter Traubensaft.

Wein hat außerdem einen positiven Einfluss auf die Darmflora, da er für eine bessere Besiedelung des Darms mit Mikroorganismen sorgt. Auch in dieser Hinsicht wenden Kritiker ein, dass dieser Effekt ebenfalls mit dem Genuss von probiotischen Milchprodukten erzielt werden kann. Der potentiell günstige Einfluss auf die Gesundheit sollte beim Genussmittel Alkohol immer vor dem Hintergrund der Gefahr einer Alkoholsucht beurteilt werden. Da jeder Mensch individuell auf Alkohol reagiert, lässt sich nicht eindeutig sagen, ab welcher Verzehrmenge pro Tag die Gefahr besteht, in ein Suchtverhalten zu geraten und den Körper zu schädigen. Wein als Genussmittel in Maßen zu trinken, ist jedoch sicherlich kein Problem.

Video: Kaffee – gesund oder schädlich?

Welchen Einfluss hat Kaffee auf die Gesundheit?

Im Hinblick auf die positiven Aspekte des Kaffees herrscht größere Einigkeit. 2017 wurden Ergebnisse einer breit angelegten Studie mit mehr als 500.000 Teilnehmern aus zehn europäischen Ländern ausgewertet und in den Annals of Internal Medicine publiziert. Die Studienergebnisse legen nahe, dass Kaffeetrinker gesünder leben, weil der Genuss des Wachmachers einige gesundheitsförderliche Wirkungen hat. Kurz zuvor hatte die Internationale Krebsforschungsagentur (IARC) bereits bekanntgegeben, dass mit einem moderaten Kaffeekonsum kein erhöhtes Krebsrisiko verbunden ist. Eine US-amerikanische Studie kommt zu ähnlichen Ergebnissen und stellt außerdem fest, dass die positiven Effekte auch mit dem Genuss koffeinfreier Kaffeegetränke erzielt werden.

Kaffee: Weltweit eines der beliebtesten Getränke

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke und wird in vielen Kulturen aufgrund seiner moderat anregenden Wirkung geschätzt. Für die meisten Menschen gehört Kaffee zum Frühstück dazu, um richtig wach zu werden. Mittags hilft Kaffee dabei, das gefürchtete Leistungstief nach dem Essen zu verhindern und auch nachmittags ist die Tasse Kaffee ein bewährtes Ritual, mit dem die Lebensgeister nochmal für das letzte Drittel des Tages geweckt werden.

Die Zubereitungsform hat sich in den vergangenen Jahren geändert, denn immer mehr Konsumenten nutzen die innovativen Kapselmaschinen, mit denen verschiedene Kaffeespezialitäten auf Knopfdruck hergestellt werden. Es gibt eine Vielzahl an unterschiedlichen Kaffee-Kapseln und Gourmesso ist eine Alternative für andere Kapseln, mit der Kaffee-Fans bis zu 35 Prozent sparen können.

Dabei entfaltet nicht nur das Koffein im Kaffee Wirkungen, denn das Getränk beinhaltet mehr als 1.000 unterschiedliche Stoffe. Die verschiedenen Studien legen nahe, dass diese bioaktiven Substanzen eine ganze Reihe positiver Effekte verursachen:

  • Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Verbesserung der Leberfunktionen
  • Stimulierung des Immunsystems
  • Unterstützung der Darmfunktionen
  • Verringerung des Diabetes-Risikos
  • Linderung neurologischer Beschwerden
  • Senkung der Suizid-Rate
  • Warum senkt der Kaffeekonsum das Sterberisiko?

Insgesamt betrachtet, führen die oben genannten Effekte dazu, dass Kaffeetrinker bei allen Todesursachen ein geringeres Risiko haben. Ganz besonders stark ist der Effekt bei Todesursachen, die mit dem Herz-Kreislauf-System oder dem gesamten Verdauungstrakt zusammenhängen. Forscher gehen davon aus, dass diese Effekte durch das Zusammenspiel der mehr als 1.000 pflanzlichen Inhaltsstoffe zu erklären sind.

Weitere Untersuchungen sollen analysieren, welche Zubereitungsform besonders gesund ist und ob man die bioaktiven Substanzen der Kaffeebohne isolieren und in anderer Form verfügbar machen kann. Dann könnten auch Menschen, die keinen Kaffee mögen, von den Wirkungen profitieren. Die bisher veröffentlichten Studien lassen vermuten, dass der Genuss von bis zu fünf Tassen Kaffee pro Tag gesundheitsförderlich ist. Noch mehr Kaffee zu trinken, steigert den positiven Effekt nicht weiter, hat aber auch keine negativen Konsequenzen.

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke und wird in vielen Kulturen aufgrund seiner moderat anregenden Wirkung geschätzt. (#02)

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke und wird in vielen Kulturen aufgrund seiner moderat anregenden Wirkung geschätzt. (#02)

Zehn Vorteile des Kaffeekonsums

Wer täglich bis zu fünf Tassen Kaffee trinkt, tut seiner Gesundheit etwas Gutes und das macht sich in folgenden Auswirkungen bemerkbar:

  • Kaffee macht munter
  • Kaffee lindert Kopfschmerzen
  • Kaffee verbessert das Gedächtnis
  • Kaffee wirkt antidepressiv
  • Kaffee wirkt blutdrucksenkend
  • Kaffee mildert asthmatische Beschwerden
  • Kaffee verringert das Diabetes-Risiko
  • Kaffee verbessert die Darmfunktionen
  • Kaffee verringert das Krebsrisiko
  • Kaffee unterstützt das Abnehmen

Die anregende Wirkung von Kaffee ist unbestritten und deshalb gehört der beliebte Muntermacher für die meisten Menschen morgens zum Frühstück dazu. Durch die Stimulation der Psyche wird die Konzentration gesteigert und das Gedächtnis verbessert. Es wird sogar vermutet, dass man sich durch den Genuss von drei Tassen Kaffee pro Tag in gewissem Ausmaß vor degenerativen Gehirnerkrankungen im Alter wie der gefürchteten Alzheimer-Krankheit schützen kann. Der aufmunternden Wirkung ist wahrscheinlich auch der Effekt zuzuschreiben, dass Kaffee laut einer Harvard-Studie antidepressiv wirkt.

Wenn Nichtraucher Kaffee trinken, senkt dies ihren Blutdruck auf die Dauer, obwohl er zunächst erhöht wird. Menschen, die unter einem krankhaft hohen Blutdruck leiden, sollten aufgrund der zunächst blutdrucksteigernden Wirkung jedoch eher auf entkoffeinierten Kaffee zurückgreifen. Das Koffein hat jedoch einen positiv entkrampfenden Effekt und erweitert die Bronchien, wovon Asthmatiker profitieren. Es ist darüber hinaus erwiesen, dass Koffein die Flimmerhärchen in der Nase stimuliert, sodass diese ihre Funktion, Staub, Pollen und Krankheitserreger abzuwehren, besser erfüllen können.

Sehr positiv wirkt sich Kaffee auf unsere Darmfunktionen aus. Zum einen sorgt er für eine bessere Besiedlung des Darms mit wertvollen Mikroorganismen und zum anderen regt er schon im Magen die Produktion von Magensäure an. Das hat zur Folge, dass die Nahrung bereits stärker zersetzt im Darm ankommt und dort leichter weiterverdaut werden kann. Die zusätzlich festzustellende Anregung der Darmtätigkeit erhöht diesen Effekt.

Studien legen außerdem die Vermutung nahe, dass Kaffee eine gewisse Schutzfunktion vor Diabetes Typ 2 hat. Hinsichtlich des Krebsrisikos konnte ein vorbeugender Effekt nachgewiesen werden, der das Risiko reduziert, an Hirntumoren, Darm-, Leber-, Rachen- oder Prostatakrebs zu erkranken. Außerdem scheint Kaffee beim Abnehmen unterstützend zu wirken, indem er den Stoffwechsel allgemein ankurbelt und die Fettverbrennung aktiviert.

Weil Menschen sehr individuell auf Alkohol reagieren und sich auch die Geschwindigkeit, mit der Alkohol im Blut abgebaut wird, stark unterscheidet, ist es schwierig, eine allgemeine Empfehlung für unbedenkliche, gesundheitsförderliche Mengen auszusprechen. (#03)

Weil Menschen sehr individuell auf Alkohol reagieren und sich auch die Geschwindigkeit, mit der Alkohol im Blut abgebaut wird, stark unterscheidet, ist es schwierig, eine allgemeine Empfehlung für unbedenkliche, gesundheitsförderliche Mengen auszusprechen. (#03)

Kaffee oder Wein? Es gibt einen Sieger!

Auch wenn ein moderater Genuss von Wein positive Auswirkungen auf die Gesundheit hat, ist das Risiko einer Suchterkrankung nicht zu unterschätzen. Alkohol ist ein Zellgift, das zur Gewöhnung führt. Um die angenehm entspannende Wirkung zu erzielen, wird tendenziell immer mehr benötigt. Weil Menschen sehr individuell auf Alkohol reagieren und sich auch die Geschwindigkeit, mit der Alkohol im Blut abgebaut wird, stark unterscheidet, ist es schwierig, eine allgemeine Empfehlung für unbedenkliche, gesundheitsförderliche Mengen auszusprechen.

Das Trinken von Kaffee birgt weitaus weniger negative Konsequenzen und ist deshalb potentiell weniger gefährlich. Breit angelegte Studien auf der ganzen Welt legen sogar die begründete Vermutung nahe, dass sich ein bis fünf Tassen Kaffee pro Tag positiv auf die Gesundheit auswirken und man deshalb unbesorgt und mit gutem Gewissen das aromatische Getränk genießen kann.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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