Schmeckt teurer Wein besser als einfacher?

Schmeckt teurer Wein besser als einfacher?

Weinkenner und Weinliebhaber sind sich bei der Frage, ob teurer Wein besser schmeckt als einfacher, grundsätzlich uneinig, denn im Prinzip gibt es hierauf keine pauschale Antwort. Es ist und bleibt eine Frage des persönlichen Geschmacks. Selbst angesehene Fachleute sind sich bei dem selben Wein oft nicht einig und bewerten diese zum Teil sehr unterschiedlich.

So sind zum Beispiel Forscher der Universität Hertfordshire bei einer Untersuchung zu folgenden Ergebnissen gekommen. Die getesteten Personen sollten erkennen, ob es sich um einen teuren oder günstigen Wein handelt. Die Hälfte der Tester meinte, der Wein sei teuer, während die andere Hälfte der Probanden zu einem gegenteiligem Ergebnis kamen.

In einer zweiten Testreihe wurde den getesteten Personen gesagt, dass es sich um einen teuren, beziehungsweise günstigen Wein, handelt. So gut wie allen schmeckte der vermeintlich teure Wein besser, obwohl es sich in allen Fällen um den gleichen Wein handelte. Man muss allerdings fairer Weise dazu sagen, dass es sich bei der Testgruppe eher um Durchschnittstrinker handelte und nicht um ausgewiesene Weinspezialisten.

Sind Weine vom Discounter ebenso gut wie große Marken?

Diese Frage ist berechtigt und liegt darin begründet, dass die großen Discounter, besonders vor Feiertagen, Wein in großen Mengen von verschiedenen Produzenten aufkaufen und diesen dann unter einer Eigenmarke vertreiben. So kann es also passieren, dass sich trotz gleicher Bezeichnung zwei ganz unterschiedliche Weine in der Flasche befinden. Es ist also ein Glücksspiel, beim Discounter einen guten Wein zu erwischen. Vor allem dann, wenn es sich um Wein unterhalb der drei bis fünf Euro-Grenze handelt.

Kauft man jedoch bekannte Marken mit einem Preis zwischen fünf und zehn Euro, so ist es durchaus möglich, einen sehr guten Wein zu bekommen.
Zu diesem Ergebnis kamen auch die Tester des bekannten Gault-Millau-Weinguide. Sie vergaben für etwa 100 deutsche Weine, mit einem Preis von unter zehn Euro die Noten gut bis sehr gut. Discounter-Weine werden in der Regel auch durch eine längere Lagerung nicht besser. Wer es je probiert hat, wird von dem Ergebnis eher enttäuscht sein, da diese Weine zum sofortigen Konsum produziert worden sind.

Was unterscheidet gute von weniger guten Weinen?

Um diese Frage endgültig zu beantworten, muss man verschiedene Parameter im Auge haben. Allein auf den Jahrgang zu schauen, reicht nicht. Dazu braucht man nur ins Jahr 2003 zu schauen. Damals gab es einen Sommer mit überdurchschnittlich viel Sonne. Doch entgegen der allgemeinen Annahme, dass viel Sonne automatisch einen guten Wein hervorbringt, entstanden in diesem Jahr lediglich Weine mit einem höherem Alkoholgehalt und einem vergleichsweise geringem Potential, sich mit den Jahren zu verbessern.

Ein guter Wein entsteht vor allem durch die Abwechslung von Sonne und Regen und auch durch Temperaturschwankungen, sofern diese im Rahmen bleiben. Deshalb ist auch das Vorurteil, dass Weine aus südlichen Ländern besser sind nicht korrekt. Im Gegenteil, denn zu viel Sonne lässt in der Regel einen eher flachen Wein entstehen. Auch Weine, die von anerkannten Weinpäpsten, wie Robert Parker Bestnoten erhalten haben, müssen nicht unbedingt besser sein. Dies liegt vor allem daran, dass es viele sehr gute Nischenweine gibt, die diese Weinexperten nie auf den Gaumen bekommen werden.

Weine der absoluten Oberklasse

Auch bei diesen Weinen, die oft zu exorbitant hohen Preisen gehandelt werden, ist der Preis nicht automatisch mit Qualität gleichzusetzen. Manche dieser Weine, vor allem wenn sie viele Jahre gelagert wurden, sind überhaupt nicht mehr genießbar und dienen mehr als Prestigeobjekte oder als Kapitalanlage. Allerdings sind Weine mit einem Preisgefüge zwischen hundert und einigen tausend Euro, wie beispielsweise Bordeaux Weine, in den meisten Fällen wahre Schätze. Man muss aber ein ziemlich guter Weinkenner sein, um alle wichtigen Parameter richtig beurteilen zu können. Dazu zählen Jahrgang, Art des Ausbaus, Lagerfähigkeit, Lage und Weingut. Erst im richtigen Zusammenspiel dieser Optionen kommt ein guter Wein zustande, der auch die teilweise sehr hohen Preise rechtfertigt.

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