Rotweine: Welches sind die besten Rotweinsorten?

Geschmack ist subjektiv, es gibt jedoch Möglichkeiten, die Qualität von Rotweinen objektiv zu beurteilen. Im Folgenden werden die Qualitätsmerkmale hervorragender Rotweine diskutiert und danach die besten Rotweinsorten vorgestellt.

Qualitätsmerkmale der besten Rotweinsorten

Welche Rotweinsorten sind die besten? Hängt die Auswahl vom Geschmack, vom Alter, vom Preis, von Bewertungen oder anderen Faktoren ab? Den Geschmack als Kriterium für die Bewertung heranzuziehen ist problematisch, denn die subjektive Komponente erlaubt kein objektives Qualitätsurteil. Es gibt jedoch Kriterien, anhand derer die Rotweinsorten bewertet werden können.

Woran erkennt man einen guten Rotwein? Diese Frage ist selbst für Weinkenner nicht leicht zu beantworten. Es ist hilfreich, Bewertungen und Auszeichnungen als Entscheidungshilfe zu nutzen. Weinkritiker und Weinmagazine nehmen regelmäßig Qualitätsbewertungen vor und vergeben Auszeichnungen für besonders gute Rotweine. Es gibt Weinexperten, die auf der ganzen Welt für ihre Expertise und ihr ausgezeichnetes Urteilsvermögen anerkannt sind. Der aus Südafrika stammende Journalist John Platter und der Amerikaner Robert Parker gelten als Experten, auf deren Urteil sich Weinkenner auf der ganzen Welt verlassen. Robert Parker machte das Magazin „The Wine Advocate“ zum weltweit wichtigsten Weinbewertungssystem.

Auszeichnungen, die man zur Bewertung von Rotweinsorten heranziehen kann, sind der „Mundus Vini Preis“ sowie der „IWSC Award“ und der „Decanter“. Alle Bewertungen und Auszeichnungen können jedoch lediglich Anhaltspunkte bei der Auswahl des persönlichen Lieblingsweins sein, denn letztlich entscheidet der individuelle Geschmack darüber, welches der beste Rotwein ist.

Geschmack ist subjektiv, es gibt jedoch Möglichkeiten, die Qualität von Rotweinen objektiv zu beurteilen.

Geschmack ist subjektiv, es gibt jedoch Möglichkeiten, die Qualität von Rotweinen objektiv zu beurteilen.(#01)

Vorstellung ausgezeichneter Rotweinsorten

Betrachtet man Listen, auf denen die besten Weine zusammengestellt werden, fällt auf, dass Rotweine dominieren. Die folgenden Rotweinsorten zählen unbestritten zu den besten Weinen weltweit:

Die tiefrote Rotweinsorte stammt aus dem norditalienischen Piemont.

Die tiefrote Rotweinsorte stammt aus dem norditalienischen Piemont.(#02)

Barbera

Die tiefrote Rotweinsorte stammt aus dem norditalienischen Piemont. Eine erste Erwähnung ist aus dem 13. Jahrhundert bekannt. Damals wurde diese Rebsorte in der Region rund um den Weinbauort Monferrato angebaut. Mittlerweile wird der Barbera nicht nur in ganz Italien, sondern auch in vielen anderen Ländern wie den USA, Mexiko, Australien und Argentinien angebaut.

Barbera ist die drittwichtigste Rotweinsorte Italiens (hinter Montepulciano und Sangiovese). Bekannte Barbera-Weine sind die sortenrein gekelterten:

  • Barbera d’Alba
  • Barbera d’Asti
  • Barbera del Monferrato

Kräftige Säure und ein relativ niedriger Tanningehalt charakterisieren diese Weinsorten. Für den rubinroten Barbera-Wein ist der ausgeprägt fruchtige Geschmack charakteristisch. Wildkirschen- und Pflaumenaroma sowie Vanille und Veilchen prägen das Bouquet. Wird der Barbera-Wein aus voll ausgereiften Beeren gekeltert, erinnert sein Aroma an die typischen Piemont-Süßkirschen.

Cabernet-Franc

Die Rotweinsorte Cabernet-Franc gilt als kleiner Bruder des berühmten Cabernet-Sauvignon. DNA-Analysen beweisen allerdings, dass der Cabernet-Sauvignon durch Kreuzung aus dem Cabernet-Franc entstanden ist. Gleiches gilt für den ebenfalls berühmten Merlot. Als Abstammung der Rotweinsorte werden Wildreben vermutet, seit mehreren Jahrhunderten ist das Bordeaux Heimat des Cabernet-Franc. Mittlerweile wird die Rotweinsorte außerdem in Kalifornien, Australien und Südafrika angebaut.

Der Cabernet-Franc ist zusammen mit dem Merlot und dem Cabernet-Sauvignon Bestandteil einiger berühmter Bordeaux-Weine. Sortenreine Cabernet-Franc-Weine sind selten, die bekanntesten stammen aus den Weinanbaugebieten an der Loire. Der Cabernet-Franc enthält weniger Tannine und Säure als der Cabernet-Sauvignon und ist deshalb weicher und fruchtiger im Geschmack. Das Aroma des hellroten intensiv duftenden Weins erinnert an Erdbeeren, Himbeeren, Johannisbeeren und Veilchen und enthält zarte Noten von grünem Pfeffer und Paprika.

Die Rotweinsorte Cabernet-Franc gilt als kleiner Bruder des berühmten Cabernet-Sauvignon.

Die Rotweinsorte Cabernet-Franc gilt als kleiner Bruder des berühmten Cabernet-Sauvignon. (#03)

Cabernet Sauvignon

Cabernet Sauvignon ist die weltweit am meisten angebaute Rotweinsorte. Die Weine sind sowohl als Cuvée als auch reinsortig populär und von hoher Qualität. Schon im Jahr 1635 wurde diese Sorte urkundlich erwähnt. Die Beeren reifen spät und besitzen überdurchschnittlich viele Kerne sowie einen hohen Tanningehalt und dunkle Farbstoffe. Aus diesem Grund sind die Cabernet-Sauvignon-Weine tiefrot und zeichnen sich durch ihre überaus massive Struktur aus. Sie reifen in kleinen Holzfässern, was eine ausgezeichnete Alterungsfähigkeit bedingt. Angebaut werden die Beeren in der Provence, der Toskana, Argentinien, Australien und Chile.

Typisch für das Aroma eines Cabernet-Sauvignon-Weins ist der Hauch von dunklen Früchten wie Cassis, schwarzen Johannisbeeren, Schwarzkirschen und Brombeeren. Das Beeren-Aroma wird umso intensiver, je reifer die Trauben geerntet werden. Weinkenner schmecken außerdem das Aroma grüner Paprika und bei lange Zeit im Holzfass gelagerten Weinen ein leichtes Lakritzaroma heraus.

Carignan

Die Rotweinsorte Carignan stammt aus dem spanischen Aragonien und ist mittlerweile auf der ganzen Welt verbreitet. Der Carignan zählt zu den Rotweinsorten, die besonders häufig als Verschnittpartner verwendet werden. Ein Carignan-Wein ist reich an Säure und Tanninen. Mittlerweile keltern einige Winzer wieder sortenreine Carignan-Weine, sodass durchaus von einem Comeback des Carignan gesprochen werden kann.

Das Aroma der Carignan-Weine erinnert an Sauerkirschen, Pflaumen und Beeren und wird außerdem durch einen Hauch von Kaffee und Edelhölzern bereichert. Der hohe Tanningehalt ermöglicht den Ausbau im Barrique. Weinkenner schätzen neben dem exzellenten Aroma seine tiefrote, fast violett anmutende Farbe.

Der Grenache stammt ursprünglich aus Spanien, wo er allerdings Garnacha genannt wird. Mittlerweile gehört er zu den weltweit am meisten verbreiteten Rotweinsorten und wird nicht nur in Spanien und Frankreich, sondern beispielsweise auch in Australien, Argentinien, Chile, Israel und Südafrika angebaut.

Der Grenache stammt ursprünglich aus Spanien, wo er allerdings Garnacha genannt wird. Mittlerweile gehört er zu den weltweit am meisten verbreiteten Rotweinsorten und wird nicht nur in Spanien und Frankreich, sondern beispielsweise auch in Australien, Argentinien, Chile, Israel und Südafrika angebaut.(#04)

Grenache

Der Grenache stammt ursprünglich aus Spanien, wo er allerdings Garnacha genannt wird. Mittlerweile gehört er zu den weltweit am meisten verbreiteten Rotweinsorten und wird nicht nur in Spanien und Frankreich, sondern beispielsweise auch in Australien, Argentinien, Chile, Israel und Südafrika angebaut. In Frankreich wird diese Weinsorte als Grenache Noir bezeichnet, um ihn vom Weißwein Grenache Blanche zu unterscheiden. Grenache-Weine sind sehr fruchtig, enthalten jedoch wenig Tannine. Die hellen Grenache-Weine werden deshalb sehr oft mit dunklen, tanninreichen Rotweinsorten wie Shiraz oder Temparillo verschnitten.

Das Aroma der Grenache-Weine ist besonders fruchtig und der Alkoholgehalt relativ hoch. Sehr häufig trifft man auf Aromen von Blaubeere, Brombeere, Granatapfel und Kirsche. Besonders hochwertige Grenache-Weine zeichnen sich dadurch aus, dass sie Aromen von Kaffee, Honig, Leder, gerösteten Nüssen oder Pfeffer sowie schwarzen Oliven aufweisen. Der helle Grenache-Wein wird oft als Rosé-Wein gekeltert.

Lambrusco

Der fruchtige Lambrusco wurde lange Zeit als süß und billig geächtet, feiert jedoch ein Comeback. Er stammt aus dem Weinanbaugebiet Emilia-Romagna in Italien. Moderne Lambrusco-Weine sind trocken, leicht perlig und enthalten viel Säure. Die meisten Lambrusco-Weine werden sortenrein hergestellt. Manchmal wird ein kleiner Anteil Ancellotta-Trauben verwendet, damit die Farbe kräftiger wird.

Feine Tannine und eine zarte Bitternote zeichnen einen exzellenten Lambrusco aus. Die Gärung wird per Kälteschock gestoppt, wenn ein gewünschter Zuckergehalt erreicht wird. Aus diesem Grund haben edle Lambrusco-Weine nichts gemeinsam mit süßen Billigweinen, sondern schmecken leicht und frisch.

Der fruchtige Lambrusco wurde lange Zeit als süß und billig geächtet, feiert jedoch ein Comeback.

Der fruchtige Lambrusco wurde lange Zeit als süß und billig geächtet, feiert jedoch ein Comeback.(#05)

Malbec

Dieser dunkle Rotwein stammt aus Cahors in Südwest-Frankreich und wird auch in Argentinien, Chile und den USA angebaut. Hauptanbaugebiet ist inzwischen die argentinische Region Mendoza, denn im trockenen, sonnigen Klima gedeihen diese Rotweinsorten besonders gut. Der Malbec wird als Verschnittpartner für Bordeaux-Weine verwendet.

Malbec-Weine sind besonders dunkel, fast violett-schwarz und sehr kraftvoll und würzig. Im Bouquet finden sich Aromen von Blaubeeren, Kirschen, Lorbeer und Wacholder sowie Bitterschokolade. Exquisite Malbec-Weine lagern teilweise mehrere Jahrzehnte.

Merlot

Diese dunkelrote aus Bordeaux stammende Rebsorte hat oft einen großen Anteil im Cuvée der Bordeaux-Weine und ist eine der beliebtesten Rotweinsorten. Aus den Trauben wird der exklusivste Wein der Welt, der berühmte Château Pétrus, gekeltert. Auch aus den USA, Italien, Chile und Deutschland kommen hervorragende Merlot-Weine.

Diese Rotweinsorte überzeugt durch den samtig-weichen Charakter und das Aroma von Kirschen und Pflaumen. Weiche Tannine begünstigen außerdem ein Aroma von Heidelbeeren und Brombeeren. Der Merlot zeichnet sich durch seinen geringen Säuregehalt aus, sodass es sich dabei um besonders vollmundige Weinsorten handelt. Mit zunehmender Reife werden die Fruchtnoten von Kräuteraromen verdrängt.

Der Spätburgunder ist eine der edelsten Rebsorten der Welt. Hauptanbaugebiete sind kühlere Regionen wie das französische Burgund, Deutschland, Österreich und die Schweiz.

Der Spätburgunder ist eine der edelsten Rebsorten der Welt. Hauptanbaugebiete sind kühlere Regionen wie das französische Burgund, Deutschland, Österreich und die Schweiz.(#06)

Montepulciano

Die Montepulciano-Weine stammen aus den italienischen Abruzzen, wo die Winzer diese Trauben zu edlen Weinen keltern. Auch in den italienischen Regionen Umbrien, Apulien und Marken sind die Hälfte aller Weinberge mit dieser Rebsorte bestockt. Die sortenreinen Montepulciano-Weine sind tiefrot, fruchtig und enthalten nur eine dezente Säure. Im würzigen Aroma finden sich Noten von Pflaumen, Beeren und Kirschen und manchmal auch von Tabak. Diese Weinsorte ist trocken, alkoholreich und wird oft als Verschnittpartner verwendet.

Pinot Noir

Der Spätburgunder ist eine der edelsten Rebsorten der Welt. Hauptanbaugebiete sind kühlere Regionen wie das französische Burgund, Deutschland, Österreich und die Schweiz. Deutsche Pinot-Noir-Weine tragen die Bezeichnung Spätburgunder oder Blauburgunder. Die Trauben werden auch zur Herstellung von Champagner verwendet. Der Pinot Noir zählt zu den besonders dünnhäutigen Rebsorten und fasziniert sortenrein mit einem ausgesprochen reichen Duft und einem samtigen Bouquet, das Kirsch- und Beerenaromen enthält.

Pinot Noir ist eine der ältesten Rotweinsorten weltweit, bereits vor mehr als 2.000 Jahren wurde aus diesen Trauben Wein gekeltert. Weinkenner schätzen reife Pinot-Noir-Weine, denn diese enthalten Geschmacksnoten von Gewürzen, Kräutern, Leder und Pilzen.

Der Tempranillo-Wein stammt aus Spanien, genauer gesagt aus La Rioja und gilt als Spaniens edelste Traube. Weitere Anbaugebiete befinden sich in Portugal. Tempranillo-Trauben sind die Grundlage des weltberühmten Rioja, der für sein Vanillearoma bekannt ist. In P

Der Tempranillo-Wein stammt aus Spanien, genauer gesagt aus La Rioja und gilt als Spaniens edelste Traube. Weitere Anbaugebiete befinden sich in Portugal. Tempranillo-Trauben sind die Grundlage des weltberühmten Rioja, der für sein Vanillearoma bekannt ist. (#07)

Sangiovese

Sangiovese, auch Brunello genannt, ist Italiens wichtigste Rotweinsorte und Grundlage des berühmten Chianti. Renommierte Rotweinsorten sind:

  • Brunello di Montalcino
  • Vino Nobile
  • Morellino di Scansano

Der Sangiovese wird von Weinkennern und Laien gleichermaßen geschätzt. Größtenteils werden die Trauben in der Toskana angebaut, aber weltweit sind diese Trauben ebenfalls häufig vertreten. Im gesamten Mittelmeerraum, den USA, Südamerika, Israel, Südafrika und sogar in Thailand wird die Sangiovese-Traube angebaut. Sangiovese-Weine zeichnen sich durch ein würziges Aroma aus, das Noten von Kirschen, Beeren und Blumen enthält. Auch Tabak, Lakritze oder Leder sind typische Bestandteile des Aromas. Ein relativ hoher Säure- und Tanningehalt sowie die hellrote Farbe sind weitere Merkmale der Sangiovese-Weine.

Syrah

Der dunkelrote Syrah-Wein stammt aus dem Rhonetal, ist außerhalb von Europa als Shiraz bekannt und gehört zu den edelsten Rebsorten der Welt. Weitere Herkunftsländer sind Australien, Argentinien, Chile, die USA sowie Südafrika. Spitzen-Cuvées wie der berühmte Châteauneuf-du-Pape weisen einen Anteil Syrah-Trauben auf. Französische Syrah-Weine sind elegant, weich und würzig, wohingegen der australische Shiraz eher als vollmundig, weich und mild zu charakterisieren ist.

Der tiefdunkle, nahezu schwarze Wein besitzt ein Bouquet mit Aromen von dunklen Waldfrüchten und Johannisbeeren. Sein Duft erinnert an Leder, Holz und Tabak.

Tempranillo

Der Tempranillo-Wein stammt aus Spanien, genauer gesagt aus La Rioja und gilt als Spaniens edelste Traube. Weitere Anbaugebiete befinden sich in Portugal. Tempranillo-Trauben sind die Grundlage des weltberühmten Rioja, der für sein Vanillearoma bekannt ist. In Portugal ist die Traube Bestandteil der Portweine. Der Tempranillo zeichnet sich durch seinen hohen Gehalt an Tanninen und die dunkelrote Farbe aus. Sortenreine Tempranillo-Weine haben ein Aroma von Pflaumen und Erdbeeren und sind säurearm.


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Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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