Jens Priewe: Grundkurs Wein

„Grundkurs Wein – Alles, was man über Wein wissen sollte“ ist ein von Jens Priewe verfasstes Buch, das sich auf verschiedenen Ebenen dem Thema Wein annähert. Der Autor betont im Vorwort, dass er bewusst auf komplizierte Fachbegriffe verzichtet, damit Neueinsteiger ohne Verständnisprobleme zur Welt der Weine Zugang finden. Gleichermaßen betont Priewe, dass er bei bestimmten Themen durchaus ins Detail geht, beispielsweise bei der Differenzierung zwischen den Wein-Derivaten Prosecco und Sekt, sodass sich die Lektüre für auch Wein-Gourmets mit leicht fortgeschrittenem Wissen eignet.

Jens Priewe: Vom Wirtschafts-Journalisten zum Weinkenner

Jens Priewe, Jahrgang 1947, studierte Philosophie, Soziologie sowie Wirtschafts- und Sozialgeschichte in Hamburg. Anschließend arbeitete er für verschiedene allgemeine Zeitungen und Wirtschaftsmagazine. Anfang der 1990er-Jahre beschloss er, sich beruflich auf seine Hobby-Leidenschaft Wein zu konzentrieren. Er veröffentlichte Werke wie „Wein – die kleine Schule“ (Zabert Sandmann, 1993), „Wein – die neue große Schule (Zabert Sandmann, 2005) und „Die Weine von Südtirol“ (Heyne, 1999). Viele seiner Werke wurden in mehrere Sprachen übersetzt. Nebenbei veröffentlicht er Artikel in Kulinarik-Zeitschriften und betreibt die Website „weinkenner.de“. 2006 erhielt er den „Prix du Champagne Lanson“ für die beste eingereichte Wein-Reportage, 2008 den „Steinfederpreis“ für seine Arbeit über die Winzervereinigung Wachau („Viena Wachau“) in Niederösterreich.

Acht große Themengebiete: Vom Weinregal bis zur Sensorik des Weines

Das Buch ist grundlegend in acht große Themengebiete eingeteilt. Die beiden ersten Kapitel „Der erste Kontakt“ und „Allgemeinwissen“ richten sich explizit an Neueinsteiger. Priewe erläutert unter anderem, wie sich die Qualität eines Weines überhaupt definiert und ob Weine aus dem Supermarkt überhaupt eines Kaufs würdig sind (sein Urteil fällt durchaus überraschend aus). Beim Allgemeinwissen-Teil wagt Priewe auch einen Abstecher in die Historie des Weines.

Schnell zum Wein-Kenner werden

Bei der „Rebenkunde“ und „Der Weinberg“ widmet er sich eher biologischen Themen: Wie unterscheiden sich die einzelnen Rebsorten bezüglich des Wachstums? Welche Bestandteile hat der ideale Nährboden für die Pflanzen? Diese beiden Kapitel sind für Leute, die sich für die biologisch-natürliche Seite des Weines interessieren, durchaus interessant. Wer allerdings ausschließlich über das Endprodukt „Wein“ informiert werden möchte, kann diese Artikel getrost überspringen.

Regionale Unterschiede & praktische Tipps

Wie aus dem Rebensaft letztendlich das finale Produkt Wein entsteht, wird im Kapitel „Die Kellerarbeit“ beschrieben. Dabei behandelt Priewe einige Unterpunkte sehr detailliert, beispielsweise die Wein-Variationen Sekt, Spumante, Sherry etc. Zwei große Schwerpunkte bilden anschließend die Kapitel „Die Weinbauländer“ und „Praktisches Weinwissen“. Besonders wissenwert ist hierbei, dass der Autor lesenswert darauf eingeht, dass sich bestimmte Wein-Charakteristika durch spezielle klimatische Bedingungen ergeben. Beim Weinwissen lernen wiederum speziell Einsteiger, welches Equpiment in eine gut sortierte Wein-Bar gehören und welche Fehler beim Servieren zu vermeiden sind. Das abschließende Kapitel „Sensorik des Weines“ hat eindeutig eine Ausrichtung auf eine geschultere Leserschaft. Priewe legt hier dar, welche Aspekte beim Evaluieren von geschmacklichen und aromatischen Komponenten von Bedeutung sind. Aus diesem Grunde sollten Einsteiger dieses Kapitel bewusst als letztes lesen, da bestimmte Erläuterungen aus vergangenen Kapitel als Basiswissen vorausgesetzt werden.

Eingefleischte Weinkenner werden durch „Grundkurs Wein“ keine zusätzliche Fachkenntnis erlangen. Für Wein-Neueinsteiger und Personen mit leicht fortgeschrittenen Kenntnissen ist Priewes Buch jedoch ein empfehlenswertes Standard-Werk, das gelungen in das Thema einführt.


Bildnachweis: ©Schwarzer.de

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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