Garnacha: fruchtiger, weicher Rotwein aus Navarra und La Mancha

Die rote Rebsorte Garnacha, auch bekannt unter den Namen Grenache oder Grenache Noir, wurde erstmals im Jahr 1890 schriftlich erwähnt. Doch wahrscheinlich gibt es diesen Wein schon länger. In Spanien ist es die dritthäufigst angebaute Rotweinsorte. Den Rang konnten ihr bisher nur die Klassiker Tempranillo und Bobal ablaufen.

Der Wein wird überwiegend im Norden und Osten Spaniens angebaut, dort speziell in den Regionen La Mancha, Rioja, Ribera del Duro und Navarra.


Die Rebe ist es gewohnt, auch unter sehr harten Bedingungen zu gedeihen. Große Hitze, Trockenheit und heißer Wind, können ihr nur wenig anhaben. Das Ergebnis dieser harten Wachstumsbedingungen sind sehr konzentrierte Rotweine mit geringem Farbstoffgehalt und einem niedrigen Gehalt an Tanninen. Aus der Traube werden sehr weiche, fruchtige und lagerfähige Weine gekeltert, welche gute bis sehr gute Qualitäten erreichen können. Meist wird der Garnacha wegen seines hohen Gehalts an Tanninen mit dem Tempranillo verschnitten. Das Ergebnis ist ein weicher und vollmundiger Wein mit hohem Gehalt an Alkohol.

Karte: der Garnacha wird vorwiegend in den Regionen La Mancha, Rioja, Ribera del Duro und Navarra angebaut.

Karte: der Garnacha wird vorwiegend in den Regionen La Mancha, Rioja, Ribera del Duro und Navarra angebaut.

Eine weitere wichtige Eigenschaft des Garnacha ist seine hohe Ausbaufähigkeit. Man kann aus der Traube sowohl gute Rotweine, als auch Rosé- und Weissweine keltern. Letzteres jedoch überwiegend in Weinbaugebieten außerhalb von Spanien. In jüngster Zeit gibt es immer mehr Bemühungen, den Wein im kleinen oder großen Barrique-Faß zu Weinen der Spitzenklasse auszubauen. Dass dies sehr gut gelungen ist, bestätigen internationale Weinexperten, von denen einige den Garnacha weltweit auf Platz eins sehen, wenn man das Preis-, Leistungsverhältnis zugrundelegt.

Der Garnacha hat einen weichen und warmen Charakter ohne Kanten und Ecken. Die Aromen reichen von Schokolade- und Kakaonoten über Himbeeren, Erdbeeren bis hin zu tropischen Früchten. Des Weiteren haben alle Rotweine aus der Garnacha-Traube ihr mehr oder minder stark ausgeprägtes mineralisches Aroma gemeinsam.

Der als heißblütig zu beschreibende Garnacha passt am Besten zu Fisch, Garnelen, beim Grillen zu Schweinefleisch, zu Tapas oder Salat und Gemüse. Doch auch als Alleingetränk ist der spanische Rotwein viel versprechend.


Bildnachweis: ©Shutterstock – Titelbild: Tatyana Vyc

Über Marius Beilhammer

Marius Beilhammer, Jahrgang 1969, studierte Journalismus in Bamberg und arbeitete seitdem für verschiedene Medien. Sein Markenzeichen sind seine fränkische Frohnatur, sein Faible für die irdischen Genüsse und seine Liebe zur Technik. Beilhammer schrieb schon früh für technische Fachmagazine und ist seitdem als Freier Autor tätig.

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