Einkochen in Flaschen

Lebensmittel selbst herzustellen und haltbar zu machen hat eine lange Tradition.  Auch das kennen viele noch von der Großmutter.

Gerade, wenn man Zugang zu frischem Obst und Gemüse hat, stellt sich zur entsprechenden Saison die Frage, was mit der Menge an guten Nahrungsmitteln z.B. aus dem eigenen Garten anzustellen ist – im Herbst hat man Äpfel im Überfluss.
Doch wer keinen optimal temperierten Keller hat um sie zu lagern weiß, wie schnell sie verderben können. In diesem Fall ist das Einkochen in Flaschen oder Gläsern die sinnvolle Alternative zum Einfrieren, da hierbei die wertvollen Inhaltsstoffe nur erhalten bleiben, wenn man über einen Schockfroster verfügt. Ich selber besitze kein solches Gerät und habe die Vermutung, dass es einem Großteil der Leser auch so geht.

Was ist zu beachten?

Saft einkochen: Hier Johannisbeeren mit Saft. (#01)

Saft einkochen: Hier Johannisbeeren mit Saft. (#01)

Wie der Titel „Einkochen in Flaschen“ schon verrät, hat diese Methode immer etwas mit Hitze zu tun. Üblicherweise wird das Lebensmittel selbst, mindestens wenige Sekunden über den Siedepunkt gebracht. Ebenso wichtig ist aber, dass beim Einkochen Flaschen und Gläser ausgekocht werden – auf diese Weise werden schädliche Keime abgetötet und so sichergestellt, dass die Früchte der eigenen Arbeit lange haltbar bleiben und ihren Geschmack behalten.

Selbstverständlich gibt es für diese Aufgaben große und teure Geräte, die die Arbeit erleichtern und alles schneller von der Hand gehen lassen. Doch auch mit einem großen Topf lassen sich die Gefäße sterilisieren, sodass man sich als Einsteiger nicht vor enormen Kosten zu scheuen braucht. Wichtig ist, dass man eine Zange und Topflappen zur Hand hat, um sich bei der Entnahme aus dem kochenden Wasser keine Verbrennungen zuzuziehen!

Die heute üblichste Form der Verarbeitung auf diesem Gebiet ist das Herstellen eigener Marmeladen, Konfitüren und Gelees aus frisch geernteten Früchten. Eine selbstgemachte Erdbeermarmelade auf dem Frühstücksbrötchen ist geschmacklich nach wie vor durch kein Produkt aus dem Supermarkt zu schlagen. Doch auch Chutneys, Sauergemüse und vor allem Säfte, für die sich wegen der Gefäßform in erster Linie Flaschen zum Einkochen eignen, erfreuen sich, je nach Ernte, großer Beliebtheit.

Neben der Hitze ist ebenso wichtig, dass das Eingekochte mit Konservierungsstoffen versehen wird. Keine Angst, gemeint sind hierbei nicht die zahlreichen „E“s, die man in industriell hergestellten Lebensmitteln findet und deren Bedeutung und Herkunft sich erst nach langer, intensiver Recherche erschließen. Vielmehr geht es um Zutaten wie Essig, Zucker oder Salz, die ganz ohne chemische Zusätze dafür sorgen, dass Obst und Gemüse lange haltbar und schmackhaft bleiben. Diese Stoffe haben in der Haltbarmachung eine Jahrtausende alte Tradition und bringen darüber hinaus selbst noch einiges an gutem Geschmack mit zur Party.

Welche Gläser oder Flaschen zum Einkochen?

Ebenso, wie es die oben erwähnten Apparaturen und Spezialtöpfe zu kaufen gibt, werden selbstverständlich auch Gläser und Flaschen zum Einkochen in Haushaltsgeschäften oder online, in schier unüberschaubarer Menge und Vielfalt feilgeboten. So komfortabel diese Profiausstattung auch erscheinen mag – nötig ist sie nicht.
Viele erfahrene Köche und Köchinnen schwören darauf, benutzte Marmeladen- und Gurkengläser, sowie übriggebliebene Flaschen zum Einkochen zu verwenden. So hat man keine zusätzlichen Kosten und ist völlig frei in der Auswahl der Gefäße.
Sie werden sich wundern, wie sich der Blick beim Einkauf im Supermarkt auf wiederverwendbares Material schärft und man Produkte wählt, die man vorher hätte stehen lassen – einzig wegen der Form, Farbe oder Größe der Verpackung, die man sich auch gut für die nächste Portion selbstgemachten Gurkenrelishs vorstellen kann!

Prinzipiell eignet sich jedes Gefäß, das man luftdicht wiederverschließen kann. Besonders günstig ist es, wenn der Deckel über eine Gummidichtung verfügt, wie es bei nahezu allen handelsüblichen Marmeladegläsern der Fall ist. Wenn man sich entschließt, Fruchtsäfte oder Sirups herzustellen und obendrein gerne mal ein Bier trinkt, ist es sinnvoll auf eine Sorte mit Bügelflaschen umzusteigen.
Durch die fest mit dem Verschluss verbundene Dichtung eignen sich diese Flaschen zum Einkochen wunderbar. Außerdem machen diese Flaschen richtig was her, nachdem man das Etikett mit Hilfe warmen Wassers und Spülmittels gelöst hat. Darüber hinaus ist der Inhalt durch die braune oder grüne Farbe des Glases zusätzlich vor Sonnenlicht geschützt.

Lassen Sie sich nicht abschrecken von den zahlreichen verfügbaren Hilfsmitteln, ohne die man angeblich keine eigenen Konserven herstellen kann.
Alles was Sie brauchen ist ein großer Topf, ein paar Gläser, frische Zutaten, ein wenig Tatendrang und eine Prise


Bildnachweis: © Fotolia Titelbild: rubavink – #01: Bettina Wehmeyer

Über Rebecca Liebig

Rebecca Liebig ist gerade im achten Monat schwanger. Voller Vorfreude auf ihr Baby genießen sie und ihr Mann die spannende Zeit. Von der ersten Übelkeit bis hin zu den Bewegungen ihres Mädchens halten sie alles fest. Schließlich möchte man sich später ja auch an diese Zeit erinnern. Bei der Planung des Kinderzimmers gehen die Vorstellungen zwar auseinander. In einem sind sich Rebecca und ihr Mann jedoch einig: Die aufregende Zeit wollen sie so richtig genießen. Rebecca plant, drei Jahre mit ihrer Tochter zu Hause zu bleiben. Auch ihr Mann möchte zwei Monate Elternzeit nehmen.

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